Der Schulleiter geht in Pension

Originelles Geschenk: eine Schultüte, Foto: Betz

Am 26. Januar 2007 wurde Alfred Lennartz als Rektor der Clemens-August-Schule offiziell verabschiedet. Er leitet fast 20 Jahre die Geschicke der katholischen Grundschule, die er als Kind selbst besucht hatte.

Komplimente erhielt der scheidende Schulleiter viele. Das schönste aber machten dem Rektor der Clemens-August-Schule wohl die Kinder der Klassen eins bis vier. Als der künftige Pensionär nach dem ersten Teil seiner Verabschiedung sagte: „Es fällt mir jetzt natürlich besonders schwer zu gehen. Aber ich glaube, ich komme noch ’mal wieder“, quittierten die Sechs- bis Zehnjährigen diese Ankündigung mit Jubelrufen und wildem Fußstampfen. Und der ohrenbetäubende Lärm in der Turnhalle nahm noch zu, als Lennartz anschließend den Schülern versprach: „Gleich ist schulfrei und es gibt keine Hausaufgaben.“

Fünf Lieder hatten die Lehrer der Clemens-August-Schule mit den Kindern einstudiert und dabei die Texte auf den 65-Jährigen umgemünzt. Sie überreichten dem „Kapitän“, wie Lennartz in einem der Lieder genannt wurde, kleine Geschenke. Die gab es auch von der Schulpflegschaft und dem Förderverein.

Fast 40 Jahre war Alfred Lennartz ein „Lehrer mit Leib und Seele“, wie Bürgermeister Peter Nebelo in seiner Rede betonte. Sie leitete den zweiten Teil der Verabschiedung ein, die im Pfarrheim St. Paul stattfand. Genau dort hatte Lennartz auch im Februar 1987 gefeiert, als er offiziell zum Rektor der Clemens-August-Schule ernannt wurde. „Sie haben die Schule mit Weitsicht und Geschick geleitet und ihr Ihren Stempel aufgedrückt“, sagte Nebelo. Der Bürgermeister erinnerte hierbei unter anderem an die Einrichtung eines Computerraumes (lange bevor 2004 die Aktion „Schulen ans Netz“ ins Leben gerufen wurde) und die Einführung der verlässlichen Halbtagsschule schon vor zehn Jahren.

Kinder und Kollegen verabschieden sich mit einem Lied.

Schulrat Erhard Marder, der den Dank der Landesregierung samt Urkunde überbrachte, bezeichnete Lennartz in Anlehnung an ein Plakat mit der Aufschrift „be a hero – be a teacher“ als „Helden“, schließlich übe der noch amtierende Rektor diesen Beruf seit September 1967 aus und damit seit fast 40 Jahren. „Ich glaube“, so fügte Marder schmunzelnd hinzu, „das hat nicht einmal John Wayne geschafft.“ Überhaupt habe Lennartz, der 1973 Fachleiter für Sachunterricht wurde, große Beständigkeit bewiesen, denn den fast 20 Jahren an der Edith-Stein-Schule zu Beginn seiner Laufbahn folgten fast 20 Jahre an der Clemens-August-Schule.

Für den 65-jährigen Bocholter schloss sich damit gestern endgültig ein Kreis, denn „in der Clemens-August-Schule bin ich schon selbst zur Schule gegangen“. Er gehe jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Da ich weiß, dass die Schule bei meiner Nachfolgerin (Barbara Schweers, d. Red.) in guten Händen ist, kann ich ruhiger in den Ruhestand gehen.“

 

 

Noch drei Arbeitstage

Der Ruhestand von Alfred Lennartz als Lehrer beginnt offiziell erst am Donnerstag, 1. Februar. Drei Arbeitstage ist der 65-Jährige also noch Rektor der Clemens-August-Schule. Seine Nachfolgerin wird Konrektorin Barbara Schweers. Das beschloss der Rat im Dezember vergangenen Jahres in einer nicht-öffentlichen Sitzung (das BBV berichtete).

Bericht des BBV vom 27. Januar 2007